Trommeln entlang der Waldnaab

Der Neue Tag, 19. November 2005

Trommeln entlang der Waldnaab

Ausstellung und Konzert von Jeff Beer im BHS Innovision Center in Weiherhammer
Von Stefan Voit

Weiherhammer. Als der letzte Ton scheinbar verklungen ist und man nur noch das Gebläse der Heizlüftung hört, spürt man förmlich noch immer die Schwingungen, die von der Trommel in den weiten Raum ausstrahlten. Wie in eine andere Welt eingetaucht, kehrt der Künstler Jeff Beer wieder in Realität zurück. Realität - damit ist der große Pavillon im BHS Innovision Center in Weiherhammer gemeint. Dort zeigt Beer noch bis 23. Dezember Skulpturen, neue Malerei und Fotografien.

Neue Arbeiten - kombiniert mit Musik - von Jeff Beer zu sehen, ist immer wieder ein Erlebnis. Diesmal überrascht er in seinem Konzert mit neuen Kompositionen und Ãœberarbeitungen an der afrikanischen und der großen Trommel sowie am Marimbaphon. Dabei fängt er den Rhythmus des Tages auf, verbindet ihn mit der Architektur der Halle. Sound-Zonen werden abgetastet, ertastet und in Töne umgesetzt. Er erfährt das Trommel-Fell mit seinen Fingerspitzen, den Handballen, nimmt die erzeugten Wellen an und gibt sie zurück.
Mit jedem Schlag werden neue Klang-Nuancen herausgearbeitet, und sieht man sich in der Ausstellung um, so erkennt man diese auch in den Bildern wieder. Wellen-Welten sind zu entdecken in den Wasserstudien über die Waldnaab. Die Fotografien geben die Farbspiegelungen und Stimmungen so wieder, wie sie die Natur anbietet. Beer greift diese Eindrücke auf, hält sie auf seinen Streifzügen fest - gesehen durch das Auge des Betrachters.
Passend dazu der großformatige vierteilige Zyklus (Ölpastell auf Holz) - ein spezifisch auf die Räumlichkeiten abgestimmtes Ensemble. Der Künstler beschäftig sich darin erstmals ausgiebig mit der Farbe Rot. Alles fließt - damit könnte man auch diese Werke beschreiben. Gewebeartige Strukturen kreuzen sich mit dem Versuch, sich der Ur-Farbe anzunähern. Zahllose Schichten greifen ineinander, schlagen auch hier Wellen und Linien. Pulsierende Herzschläge, Lichträume mit einem Hauch Unendlichkeit verbinden sich mit imaginären Landschaften.

Beer gelingt hier, wie in den im Foyer gezeigten "Roten und grünen Serien", neue Wege in seiner Malerei zu beschreiten - von der er ursprünglich kommt, und die ihn immer wieder aufs Neue fordert und begeistert. Nicht vergessen werden sollten die beiden monumentalen Eisenplastiken "Paar" (2002) und "Tor" (2000), die auf dem Außenbereich des BHS-Geländes zu sehen sind. Sie bilden einen ungeahnt starken Kontrast zu der herbstlichen Leere und fügen sich auf angenehme Art und Weise in die Landschaft ein.

Die Ausstellung kann von Montag bis Freitag von 9 bis 16 Uhr und nach Vereinbarung besichtigt werden.