Verpuppungen V, Austellung in Schwandorf

Mittelbayerische Zeitung, 08. Februar 2007

"Verpuppungen V"

Jeff Beer im Künstlerhaus
von Thomas Göttinger

Schwandorf. Schön, wenn man als bildender Künstler zur eigenen Vernissage auch gleich noch die Musik beisteuern kann. Multitalent Jeff Beer hat den Auftakt zu seiner Schau im "Oberpfälzer Künstlerhaus" mit melodiös-perkussiven Eigenkompositionen angereichert - von ihm selbst gespielt, versteht sich. Das passte. Der Ausstellung mit dem Titel "Verpuppungen V" scheint es eh darum zu gehen, Beer als Ganzes darzustellen oder als Künstler mit vielen Facetten. Also gesellte sich zum Maler, Bildhauer, Fotografen und Schriftsteller der Komponist und Musiker. Beer complete, sozusagen. Trennen lässt sich das alles sowieso nicht. Seine Fotografien sind meist hochästhetische Geschichten, die mitunter wie gemalt, aber nie artifiziell wirken. Beers Sicht der Welt bricht sich da Bahn, und dieser spezielle Blick entdeckt nicht selten pure Schönheit im Alltäglichen. Die Waldnaab seiner Heimat oder das schlichte Fenster eines Stalls, das für ihn zum "Auge" wird.

Eines seiner großformatigen Aquarelle, "Die Geburt des Ikarus" wirkt in seinem Figuren- und Bewegungsreichtum wie komponiert, als wäre eine hochkomplexe Partitur aufs Papier gebracht worden. Die kleineren Aquarellarbeiten, die in der Ãœberzahl sind, scheinen immer auch Geschichten zu erzählen, manchmal mit einem Augenzwinkern, manchmal geheimnisvoll, vielleicht auch mal naiv, nie aber zynisch oder gar weltverachtend.

Noch bis 29. März im Oberpfälzer Künstlerhaus, Schwandorf,
Fronberger Straße 31